Es regnet schon die ganzen letzten Tage
die Tropfen fallen statt der Tränen, die ich in mir trage.
Immer wenn ich alleine bin, im Auto sitze und Gedankenblitze
mir fahren in den Sinn, dann kullern sie herunter.
Doch dann atme ich tief durch, wische sie weg
und eh ich ankomm‘, schein‘ ich wieder munter.
Gern würd‘ ich mit Dir weinen,
mit Deinen Tränen mich vereinen –
doch stattdessen bin ich kontrolliert,
zeige nicht, wie’s mich tangiert.
Du musst stark sein, sagt etwas in mir. Klagen hat doch keinen Wert.
Doch manchmal hilft’s, manchmal vereint’s, manchmal brauchen wir kein Schwert.
Gerade jetzt zur Weihnachtszeit, voller Lieb und ohne Leid
sollten wir uns glücklich fühlen,
fröhlich lachen, singen, tanzen – ganz befreit.
Bloß nicht in den Wunden wühlen.
Doch wie ein grauer Schleier legt sich dieses Gefühl bedrückend über alle Freude,
über alles Glück.
Wer wird Dich vermissen, willst Du wissen.
Oder wirst Du schnell vergessen sein – NEIN!
will ich dann schrei’n.
Denk‘ an all die schönen Zeiten
und weiß, sie werden mich noch lang begleiten
durch die Trauer, durch die Wut,
durch die Einsamkeit und auch den Mut.
Du bist so tapfer, Du hast diesen starken Willen
der Dich immer wieder auf die Beine stellt
und Dich stark macht, auch im Stillen.
Ich bewundere Dich und wünsche mir zugleich,
Du müsstest nicht so kämpfen, Dich nicht so bemüh’n.
Wann wird’s endlich besser, wann wird Dein Leben wieder blüh’n?
All das Fragen, all das Klagen, gibt es einen Sinn?
Sollten froh sein und uns freuen, dass wir hier zusammen sind.
Dieses Weihnachten sind wir vereint.
Es ist ein Wunder, wenn‘s auch nicht so scheint.
Lass uns jetzt die Brücke bauen,
auf die wir später schauen.
Die Brücke der Liebe.
Sie ist das Einzige, was bleibt,
der einzige Sinn, der uns antreibt.
Lass uns die Zeit jetzt nutzen und,
so gut es geht, den schönen Dingen widmen.
Vielleicht werden wir erst stutzen,
doch bald werden wir sie finden – unsere Rhythmen,
wenn wir die Angst erst überwinden.
Auch die Ohnmacht wird verschwinden,
wenn wir sie verbannen und vor Trotze lachen.
Keiner sagte, dass es einfach wird.
Doch wir haben in der Hand, was wir daraus machen.
Das Glück – es kommt und geht
und kommt und geht.
Ich wünsche Dir, dass es ein wenig bleibt.
Dass es Dir Angst und Schmerz vertreibt.
Dass Du das Wunder sehen kannst,
Dein Herz sich öffnet und Du spürst:
wenn Du loslässt und den Groll verbannst,
wirst Du selig, weil Du des Engels Flügelein berührst.


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